Frauen helfen Frauen e.V. im Landkreis Mühldorf am Inn

"Leider unverzichtbar" geworden (OVB 08.05.2013)

Der Verein "Frauen helfen Frauen" kann wieder mehr Beratungsstunden der sozialpädagogischen Fachkraft anbieten. Das ist bitter notwendig, wie die Zahlen deutlcih machen, die in der Jahreshauptversammlung vorgelegt wurden.

Waldkraiburg - Die Mitglieder von "Frauen helfen Frauen" trafen sich zur Jahreshauptversammlung. Mit dem Bericht, den die Vorstandsfrauen für das vergangene Jahr vorlegten, war schnell klar: Der Verein ist zwar klein, aber seine Arbeit ist für viele Frauen von größter Bedeutung. Die Aufgabe sei die Beratung und Begleitung von Frauen und Mädchen, die von Gewalt aller Art betroffen sind. Die Zahl der Fälle ist 2012 um etwa 50 Prozent auf über 70 angestiegen.

Monika Binder, die Sozialpädagogin in der Beratungsstelle, erzählte engagiert und anschaulich von der täglichen Arbeit. Anhand anonymisierter Beispiele schilderte sie, wie aufwendig und langwierig es werden kann, Frauen in ihrer manchmal akuten Notlage zu helfen, sie zu stärken und Wege zur Selbsthilfe aufzuzeigen. Sehr wichtig sei dabei die Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Anlaufstellen, um für die betroffenen Frauen den passenden, zufriedenstellenden Weg zu finden. Andererseits verwiesen zunehmend andere Beratungsstellen an "Frauen helfen Frauen". Nach über 20 Jahren seit seiner Gründung sei der Verein eine feste Größe im sozialen Gefüge des Landkreises geworden und - leider - unverzichtbar. Binder erinnerte daran, dass im März das bundesweite Hilfetelefon (08000/116016) für Frauen den Betrieb aufgenommen habe. Von dort werden Hilfesuchende an die örtlichen Beratungsstellen weitergleitet. Welche Auswirkungen das auf die Arbeit vor Ort haben wird, müsse sich erst noch zeigen.

Die finanzielle Situation stellt die Kassiererin Margarete Marklstorfer mit der Jahresrechnung vor. Der Verein finanziert sich überwiegend aus Zuschüssen von Landkreis, Städten und Gemeinden sowie dem Bezirk Oberbayern. Seit Jahren sind sie unverändert. Damit lassen sich gerade die Personalkosten für die Sozialpädagogin bezahlen, die halbtags in der Beratungsstelle tätig ist. Alle anderen Ausgaben, etwa für die Miete und Bürokosten, müssen selbst durch Mitgliedsbeiträge, Erlöse aus verschiedenen Aktionen erwirtschaftet werden. Zusammen mit einer Reihe treuer Spender ist es trotzdem gelungen, Rücklagen zu bilden.

Daher kann der Verein den lange gehegten Wunsch verwirklichen und die Arbeitszeit für die Fachkraft in der Beratung aufstocken und mittelfristig sichern. Es reiche zwar noch lange nicht für die Dreiviertelstelle, die es früher gab, aber ein Anfang sei gemacht, so Erste Vorsitzende Anne Markt. re

Quelle: Artikel im OVB vom 08.05.2013