Frauen helfen Frauen e.V. im Landkreis Mühldorf am Inn

Exquisites musikalisches Menü serviert (OVB 12.03.2013)

Groß war die Resonanz auf das Benefizkonzert des Vereins Frauen helfen Frauen. Bis auf wenige Plätze war der Ahnensaal voll, entgegen dem Bangen der Veranstalter, Kammermusik könnte nicht so attraktiv sein wie der Frauenchor vor zwei Jahren.

Zangberg - Am Welttag der Frauen setzten die vielen Besucher nach den Worten der Zweiten Vorsitzenden Dr. Eva Loserth ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Im 22. Jahr nach Gründung sei der Beratungsbedarf nicht geringer geworden, habe sich aber mehr zur Jugend hin verschoben. Diese sei jedoch auch stärker sensibilisiert für die Thematik, dies zeige die Spende der Schülermitverwaltung des Gymnasiums Waldkraiburg an den Verein.

Die Schirmherrin Eva Köhr, stellvertretende Landrätin, freute sich über die Resonanz in der Politik. Sie bedauerte aber auch, dass noch nicht alle Städte und Gemeinden den Verein unterstützen, obwohl Gewalt auch am Lande ausgeübt werde.

Mit Musik aus Klassik und Romantik und der Moderne bereitete das Münchner Trio Armonioso den Zuhörern ein musikalisches Menü vom Feinsten. Die Musikerinnen sind sowohl solistisch wie in namhaften Orchestern tätig. Die ersten drei Gänge kamen dabei aus der Nouvelle Cuisine. Ein Klaviertrio von Hans Franke, von dessen Werken viele beim Brand von Dresden vernichtet wurden, bildete den furiosen Auftakt. Im ersten Satz überdeckte beim Fortissimo der Flügel, gespielt von Julia Mair, teilweise das Cello, zumal Maria Friedrich unmittelbar vor dessen offenem Deckel postiert war. Im elegischen zweiten Satz traten Cello und die Violine von Natalie Kleinhammer stärker hervor. Im temporeichen dritten Satz zeigte sich das Trio harmonisch eingespielt, wofür auch ihr Name steht.

Moderne Musik gab es im Duo "La nuit et la lumiere" für Klavier und Violine. Düstere Klaviertöne ließen das Dunkel der Nacht ahnen, in sie stimmte die Violine mit klagenden Klängen ein, bis allmählich der Sonnengott mit mächtigen Schritten über die Nacht siegt. Die - eigens aus Schweinfurt angereiste - Komponistin Elke Tober-Vogt verlangt in ihrem Stück der Geigerin alle Kunst in Griff- und Strichtechnik ab, begleitet von virtuosem Klavierspiel.

Vor der Pause tischten Cello und Klavier eine Sonate von dem 1925 in Berlin geborenen Herbert Baumann auf, der 500 Bühnenmusiken sowie Musik für Film und Fernsehen komponiert hat. Hier konnte die Cellistin ihre ganze Virtuosität und die Klangvielfalt ihres Instrumentes präsentieren. Nach der Pause kamen die Liebhaber klassischer Kost auf ihre Rechnung. Im Klaviertrio d-Moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy spielten die drei exzellenten Musikerinnen die ganze Leidenschaft und die Gefühle in vier Sätzen aus. Der Beifall war so stark und langanhaltend, dass das Trio noch eine Suite von Arthur Honegger dreingab. Entsprechend einem festlichen Vier-Gänge-Menü dauerte der Ohrenschmaus auch zweieinhalb Stunden. Die Zuhörer haben es jedenfalls goutiert. gth

Quelle: Artikel im OVB vom 12.03.2013