Frauen helfen Frauen e.V. im Landkreis Mühldorf am Inn

Freude mit temperamentvoller Musik (OVB 11.04.2011)

Benefizkonzert für "Frauen helfen Frauen" war überfüllt - Zweistündiges Programm begeistert Zuhörer

Zangberg/Mühldorf/Waldkraiburg - Das hat der Ahnensaal im Kloster Zangberg auch noch nicht erlebt: 27 junge Frauen brachten ihn mit Gesang und Blechmusik zum Beben. Und die Zuhörer im vollen Saal konnten davon nicht genug kriegen und zollten schier endlos Beifall.

Von dem Andrang zum Benefizkonzert für den Verein "Frauen helfen Frauen im Landkreis Mühldorf" wurden die Organisatoren quasi überrollt. Binnen weniger Minuten waren alle Stühle besetzt und vor der Tür warteten noch Dutzende Zuhörer auf Einlass. Sie schleppten an Stühlen herein, was irgendwo herumstand, auch Gartenstühle vom Arkadengang. Trotzdem mussten entlang der Wände und vor der offenen Saaltür noch viele stehen. Zaungäste holten sich Gartenbänke und schauten durch die Fenster in den Saal. Letztlich mussten spät Gekommene sogar umkehren.

Die Organisatorin des Benefizkonzerts, Zweite Vorsitzende Dr. Eva Loserth, zeigte sich in ihrer Auftaktansprache zum Jubiläumsjahr überwältigt von der großen Resonanz auf das Konzert. Der Verein feiere sein 20-jähriges Bestehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagte sie. Lachend, weil er zwei Jahrzehnte lang stetig Unterstützung fand, weinend aber auch, weil der Verein immer noch nötig sei. "Wir sind kein Kaffeeklatsch-Club, wir helfen Frauen, die Missbrauch und Gewalt ausgesetzt sind."

Staatskanzleiminister Dr. Marcel Huber begründete seine Ansprache damit, dass es sich nicht um ein Konzert als solches, sondern um eine Benefizveranstaltung handele, die nach einem Grußwort des Schirmherrn verlange. Er wisse, dass sein Wunsch, der Verein möge bald überflüssig werden, leider illusorisch sei. Deshalb dankte er für seine Existenz und wichtige Tätigkeit und die Unterstützung, die er findet. Stellvertretende Landrätin Eva Köhr erklärte, Gewalt gegen Frauen dürfe niemals geduldet werden. Sie sicherte die weitere Unterstützung des Landkreises zu.

Keine Minute zu lang war das zweistündige Programm. Von so großer Klasse waren die Gesangs- und Blechblas-Vorträge. Einen besseren Chor als "LaGioia", Freude, hat man im Ahnensaal kaum gehört. Die Sangesfreude stand jeder der 22 Sängerinnen aus den Landkreisen Mühldorf und Altötting ins Gesicht geschrieben. Inspiriert und animiert wurden sie von ihrer Leiterin Sigrid Weigl, die sie temperamentvoll in Mimik und Gestik von Kopf bis Fuß zu Spitzenvorträgen führte. Unter den 19 Stücken einige herauszuheben ist schwer. Nach "Kein schöner Land" setzte spontaner Beifall ein trotz der Bitte, damit bis zum Schluss zu warten. Ebenso bei "Zum Tanze da geht ein Mädel", bei dem stimmenweise Sologruppen vom Chor summend und lautmalerisch begleitet wurden. Im Schlussblock unternahm der Chor einen authentisch klingenden Streifzug durch Ghana, Argentinien, Kolumbien, Bulgarien und Finnland. Das von dort stammende "The Joiku" mit Klatschen und Stampfen der Sängerinnen sangen sie als Zugabe.

Im Mittelteil spielte ein Saxofonquartett von PentaSax aus Altmühldorf zwei Blöcke mit bekannten Melodien, wie "Yesterday" von den Beatles oder das klassische Largo aus der Oper "Xerxes" von Georg Friedrich Händel. Nach der Pause holten sie die Zuhörer mit "The Muppet Show" zurück in den Saal, spielten fetzig und jazzig Stücke von Billy Joel, Sting und das südafrikanische Pata Pata. PentaSax war eine akustische Abwechslung und Bereicherung in Blechblasklang.

Für "Frauen helfen Frauen" war der Abend eine unübersehbare Anerkennung. gth

Quelle: Artikel im OVB vom 11.04.2011